Welche Schnittstellen bietet SAP für ECC und S/4HANA?
SAP stellt für S/4HANA laut eigener Dokumentation zwei API-Typen bereit: OData-Schnittstellen und SOAP-Schnittstellen. OData wird in den Versionen 2 und 4 unterstützt, SOAP in den Versionen 1.1 und 1.2. Beide gelten für S/4HANA On-Premise ebenso wie für die Public Edition.
Daneben gibt es die klassischen Wege, die schon im ECC-System existieren: BAPIs, RFC-fähige Funktionsbausteine und IDocs. SAP schreibt, dass S/4HANA alle APIs unterstützt, die in SAP ERP verfügbar sind. Ausgenommen sind APIs für Funktionen auf der Simplification List und RFC-Bausteine, die in SAP-Hinweis 2259818 aufgeführt sind.
Der dritte Baustein sind Business Events. Ändert sich ein Objekt in S/4HANA, etwa ein Auftrag, kann das System ein Ereignis an einen Broker wie SAP Event Mesh senden. Andere Systeme abonnieren dieses Ereignis und reagieren, ohne das ERP ständig abzufragen.
| Weg | Technik laut SAP | Kommunikation | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| OData V2/V4 | REST-konform über HTTP, Daten als JSON oder XML | synchron, mit $batch für Sammelaufrufe | Lesen und Anlegen einzelner Belege und Stammdaten |
| SOAP | XML-Nachrichten über HTTP, Spezifikation als WSDL | synchron oder asynchron, asynchron mit gesicherter Zustellung | Austausch von Geschäftsbelegen zwischen Systemen |
| BAPI / RFC | Methoden von SAP-Geschäftsobjekten, gespeichert als RFC-fähige Funktionsbausteine | meist synchron per sRFC | Geschäftsvorgang auslösen und Ergebnis direkt zurückbekommen |
| IDoc | SAP-Standardformat für EDI mit Steuersatz, Datensätzen und Statussätzen | immer asynchron | Belegaustausch mit Partnern, Massendaten |
| Business Events | Ereignis bei Anlage oder Änderung eines Objekts, Versand über SAP Event Mesh | asynchron, Publish-Subscribe | Folgeabläufe anstoßen, sobald sich etwas ändert |
OData und SOAP: die Web-Schnittstellen von S/4HANA
OData ist der Standardweg, um einzelne Datensätze in S/4HANA zu lesen und zu ändern. Jede Ressource hat eine eigene URL, und die HTTP-Methode bestimmt die Aktion: GET liest, POST legt an, PUT oder PATCH ändert, DELETE löscht. Welche Methoden ein Service zulässt, legt der jeweilige Anwendungsfall fest.
Für Automatisierungen sind drei Funktionen aus der SAP-Dokumentation wichtig. Mit $batch lassen sich mehrere Operationen in einer Anfrage bündeln, die Zahl der Operationen kann je Service begrenzt sein. Mit $select, $filter, $top und $skip holen Sie nur die benötigten Felder und große Ergebnismengen in Teilen. ETags verhindern, dass zwei gleichzeitige Änderungen sich gegenseitig überschreiben: Stimmt der mitgeschickte Stand nicht mehr, lehnt der Server die Änderung ab.
SOAP-Schnittstellen arbeiten mit XML-Nachrichten in einem festen Umschlag aus Header und Body. Für asynchrone SOAP-Kommunikation sichert die SAP-Infrastruktur laut SAP die Zustellung genau einmal ab, über WS-RM oder das SAP-eigene SAP-RM. Für synchrone Aufrufe bietet SAP NetWeaver ein Verfahren, das doppelte Ausführung verhindert; solche Webservices nennt SAP idempotent.
Im On-Premise-System muss ein OData-Service aktiviert sein, bevor er erreichbar ist. SAP beschreibt dafür die Transaktion /IWFND/MAINT_SERVICE auf dem Front-End-Server. In der Public Edition läuft der Zugang über Kommunikationsvereinbarungen, dazu mehr unten.
- OData V4 verbessert laut SAP Verarbeitungszeit und Ressourcenverbrauch gegenüber V2.
- Die vollständige Spezifikation eines OData-Service und die WSDL eines SOAP-Service lassen sich im SAP Business Accelerator Hub herunterladen.
BAPI, RFC und IDoc: die klassischen Wege
BAPIs sind laut SAP Methoden von SAP-Geschäftsobjekten, die im Business Object Repository abgelegt sind und als RFC-fähige Funktionsbausteine im Function Builder liegen. Sie arbeiten auf der Geschäftsebene: Ein externes Programm legt zum Beispiel einen Beleg an, ohne die Tabellen dahinter zu kennen. Für einen Vorgang mit direkter Rückmeldung nutzt man laut SAP meist den synchronen Aufruf sRFC.
RFC ist das Protokoll, über das ein externes System Funktionsbausteine im SAP-System aufruft. SAP empfiehlt ausdrücklich, nur freigegebene RFC-Bausteine zu nutzen, damit die Schnittstelle stabil bleibt. Ob ein Baustein freigegeben ist, steht in Transaktion SE37 auf der Registerkarte Attribute.
IDocs sind laut SAP das Standardformat für den elektronischen Datenaustausch. Ein IDoc enthält einen Steuersatz, Datensätze in Segmenten und Statussätze; der letzte Verarbeitungsstatus steht im Steuersatz. Die Kommunikation ist immer asynchron. Der Transport über tRFC führt einen Aufruf genau einmal aus und hält ihn in einer Warteschlange, wenn der Empfänger nicht erreichbar ist. Mit qRFC lässt sich zusätzlich die Reihenfolge sichern. Asynchrone BAPI-Aufrufe laufen laut SAP über ALE, wobei zusätzliche IDoc-Schnittstellen erzeugt werden.
Für ein ECC-System sind diese drei Wege oft die naheliegende Anbindung. Für S/4HANA bleiben sie nutzbar, sind aber vor einem Umstieg gegen die Simplification List und SAP-Hinweis 2259818 zu prüfen.
Ein IDoc-Typ kann mehrere verwandte Nachrichtentypen tragen. SAP nennt als Beispiel ORDERS01 für Bestellung (ORDERS) und Auftragsbestätigung (ORDRSP).
Wie finden Sie die passende SAP API im Business Accelerator Hub?
Der SAP Business Accelerator Hub unter api.sap.com ist der Katalog, in dem SAP alle öffentlich verfügbaren APIs für S/4HANA veröffentlicht. SAP beschreibt ihn als Webanwendung, um APIs zu finden, zu erkunden und zu testen. Für S/4HANA On-Premise und für die Public Edition gibt es getrennte Pakete, weil sich Umfang und Version unterscheiden.
Für eine Planung sind vier Angaben je API entscheidend. Erstens das Release: Über die Auswahl Select Release sehen Sie, ob die API zu Ihrem Stand passt. Zweitens die Version aus Haupt-, Neben- und Patchnummer; eine neue Hauptversion bedeutet laut SAP eine inkompatible Änderung. Drittens die unterstützten Anmeldeverfahren. Viertens der Freigabestatus: SAP führt eine Deprecation Policy und kündigt veraltete APIs im What's-New-Dokument des jeweiligen Release an.
Der Hub zeigt den neuesten Stand; ein System auf älterem Feature Package kann abweichen, prüfen Sie die API also auch im eigenen System. Freigegebene APIs sollen laut SAP eine stabile, langfristige Grundlage sein, eine eigene Z-Schnittstelle hat diese Zusage nicht. SAP ordnet Erweiterungen seit 2025 in die Stufen A bis D ein: A nutzt nur freigegebene Schnittstellen, B zusätzlich klassische APIs, Schreibzugriffe auf SAP-Tabellen gehören zu D. Daraus folgt die Reihenfolge: freigegebene API, dann klassische API, Eigenentwicklung nur mit Begründung. Mehr zu Clean Core steht auf der Seite zum S/4HANA-Umstieg.
- API im Hub für das eigene Produkt und Release suchen, nicht nur nach Namen.
- Status prüfen: freigegeben oder als veraltet gekennzeichnet.
- Spezifikation herunterladen und Pflichtfelder für Ihren Ablauf markieren.
- Mit der SAP-Basis klären, ob der Service im eigenen System aktiv ist.
Was unterscheidet die Anbindung in Public Cloud, Private Cloud und On-Premise?
In der S/4HANA Cloud Public Edition stellt SAP OData- und SOAP-APIs bereit, und der Zugang läuft immer über eine Kommunikationsvereinbarung. Sie basiert auf einem Kommunikationsszenario, das die ein- und ausgehenden Services eines Geschäftsprozesses bündelt. Dazu gehören ein Kommunikationssystem für den Partner und ein technischer Kommunikationsbenutzer für die Anmeldung. Die Service-URL steht danach im eingehenden Teil der Vereinbarung.
In S/4HANA On-Premise und in der Private Edition aktiviert die SAP-Basis OData-Services selbst, und die klassischen Wege BAPI, RFC und IDoc stehen zusätzlich zur Verfügung, soweit sie nicht durch Simplification List oder SAP-Hinweis 2259818 ausgeschlossen sind. Das gibt mehr Möglichkeiten, aber auch mehr Verantwortung für die Auswahl stabiler Schnittstellen.
Ein ECC-System ist die technische Basis für BAPI, RFC und IDoc. Steht der Umstieg bevor, gehört die Logik außerhalb des ERP, damit beim Wechsel nur die Schnittstelle getauscht wird.
| Betriebsmodell | Verfügbare Wege laut SAP | Wer schaltet frei |
|---|---|---|
| S/4HANA Cloud Public Edition | OData, SOAP, Business Events über SAP Event Mesh | Administrator über Kommunikationssystem, Kommunikationsbenutzer und Kommunikationsvereinbarung |
| S/4HANA On-Premise und Private Edition | OData, SOAP, BAPI/RFC, IDoc, Business Events | SAP-Basis, OData-Aktivierung über /IWFND/MAINT_SERVICE |
| SAP ERP 6.0 (ECC) | BAPI/RFC, IDoc, SOAP-Webservices | SAP-Basis |
Die Zeile zu ECC stützt sich auf die SAP-Aussage, dass S/4HANA die APIs aus SAP ERP weiterführt. Welche Web-Services Ihr ECC-Stand konkret anbietet, prüft Ihre SAP-Basis im System, etwa in SOAMANAGER.
Wie meldet sich ein externes System an SAP an?
Laut SAP unterstützt jede API eigene Anmeldeverfahren; dokumentiert sind Basic mit Benutzer und Passwort, x509-Zertifikate, OAuth 2.0 und Single Sign-on über SAML. Für eingehende Kommunikationsbenutzer in der Public Edition nennt SAP zusätzlich Principal Propagation und OAuth 2.0 mit mTLS.
Für Abläufe ohne angemeldeten Menschen ist ein technischer Benutzer mit Zertifikat oder OAuth 2.0 der übliche Weg. Basic-Anmeldung ist einfach, legt aber ein Passwort in der Konfiguration ab, das gepflegt und gewechselt werden muss. Principal Propagation reicht dagegen die Identität des angemeldeten Menschen an SAP durch, sodass dessen eigene Berechtigungen gelten.
Unabhängig vom Verfahren gilt: Der technische Benutzer bekommt nur die Rechte, die der Ablauf braucht. Ein Benutzer, der Lieferantenrechnungen anlegt, braucht keine Rechte auf Personaldaten. Die SAP-Fehlermeldung 403 zeigt laut SAP genau diesen Fall an: Der Benutzer ist nicht berechtigt, die angeforderten Daten zu lesen oder die Aktion auszuführen.
Welche SAP-Schnittstelle passt zu welchem Ablauf?
Der passende Weg ergibt sich aus zwei Fragen: Braucht der Ablauf sofort eine Antwort, und kommt er einzeln oder in großer Menge? Einzelne Vorgänge mit Rückmeldung passen zu OData oder BAPI per sRFC. Mengen und Partneraustausch passen zu IDoc oder asynchronem SOAP. Reaktionen auf Änderungen passen zu Business Events.
Die Tabelle zeigt die naheliegende Wahl je Ablauf. Sie ersetzt nicht die Prüfung im Business Accelerator Hub, ob für Ihr Release eine freigegebene Schnittstelle existiert.
| Ablauf | S/4HANA | ECC | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Rechnungseingang: geprüfte Lieferantenrechnung anlegen | freigegebene OData- oder SOAP-API für Lieferantenrechnungen aus dem Hub | BAPI per sRFC oder IDoc | Rückgabe der Belegnummer speichern, doppelte Anlage durch Prüfung vor dem Anlegen verhindern |
| Auftragsanlage aus Mail, Portal oder Shop | OData mit direkter Rückmeldung | BAPI per sRFC | Pflichtfelder und Stammdatenprüfung vor dem Aufruf, Fehlertext an den Sachbearbeiter zurückgeben |
| Bestellungen von Kunden per EDI | IDoc oder asynchrones SOAP | IDoc | Status je IDoc überwachen, fehlerhafte Nachrichten gezielt nachverarbeiten |
| Stammdaten in Mengen abgleichen | OData mit $batch, bei großen Mengen asynchron | IDoc | ETags bei Änderungen nutzen, Reihenfolge sichern, Änderungen protokollieren |
| Einzelne Stammdatenänderung nach Freigabe | OData mit ETag | BAPI | Vier-Augen-Freigabe außerhalb des ERP dokumentieren |
| Berichte und Kennzahlen lesen | OData mit $select, $filter und Paging | RFC-Lesebausteine, nur freigegebene | nur Lesezugriff, eigene Benutzerrolle, Abfragen außerhalb der Hauptlast planen |
| Folgeablauf bei Statusänderung | Business Events über SAP Event Mesh | IDoc-Ausgang oder zeitgesteuerte Abfrage | Abonnement und Fehlerwarteschlange überwachen |
Für Berichte über mehrere Gesellschaften lohnt der Blick auf die Seite zum ERP-Reporting. Wie der Rechnungseingang fachlich geprüft wird, bevor er in SAP landet, steht auf der Seite zum Rechnungseingang.
Indirekter Zugriff und Digital Access: der Lizenz-Prüfpunkt
Jede Schnittstelle zu SAP ist auch eine Lizenzfrage, denn laut SAP erfordert jede Nutzung der Software eine passende Lizenz, unabhängig vom Zugriffsweg. In einem Leitfaden von April 2018 nennt SAP ausdrücklich BAPIs, RFC, IDocs und Webservices als technische Wege, die daran nichts ändern. Als indirekten Zugriff beschreibt SAP die Nutzung über eine Nicht-SAP-Software zwischen Anwender und ERP, etwa ein eigenes Frontend oder eine Drittanwendung.
Mit dem Modell Digital Access hat SAP 2018 eine dokumentbasierte Lizenzierung eingeführt. Laut einem aktuellen SAP-Learning-Kurs zählt dabei das Anlegen von Belegpositionen in neun Dokumenttypen, darunter Verkauf, Einkauf, Rechnung und Fertigung; Lesen, Ändern und Löschen zählen nicht. Unbeaufsichtigte Bots von Drittanbietern brauchen laut Kurs eine Digital-Access-Lizenz. Gemessen wird für S/4HANA und die Private Edition mit dem Report RSUVM_DAC.
Welches Modell für Sie gilt, steht in Ihrem SAP-Vertrag, nicht in dieser Übersicht. SAP weist selbst darauf hin, dass die Leitfäden allgemeine Hinweise sind und die Lage je Vertrag abweichen kann. Klären Sie den Lizenzweg deshalb vor dem Bau eines Ablaufs mit Ihrem SAP-Ansprechpartner.
- Vertragsmodell feststellen: Named User, Digital Access oder eine Mischung.
- Je geplantem Ablauf festhalten, welche Belege er in SAP anlegt.
- Prüfen, ob unbeaufsichtigte Abläufe vorgesehen sind.
- Ergebnis schriftlich mit dem SAP-Ansprechpartner abstimmen, bevor der Ablauf live geht.
Diese Seite ist keine Lizenzberatung. Zahlen, Gewichtungen und Preise des Modells Digital Access nennen wir bewusst nicht; sie ergeben sich aus Ihrem Vertrag.
Woran scheitern SAP-Schnittstellen im Betrieb?
Die meisten Störungen zeigen sich als HTTP-Statuscode oder als IDoc-Status, und SAP dokumentiert die häufigsten Bedeutungen. Wer sie im Ablauf auswertet, statt nur Erfolg oder Misserfolg zu melden, findet die Ursache meist ohne SAP-Berater.
Ein zweites typisches Problem ist die doppelte Buchung. Ein synchroner Aufruf, der nach einer Zeitüberschreitung wiederholt wird, kann einen Beleg zweimal anlegen, wenn die erste Anfrage doch angekommen war. Darum prüft ein sauberer Ablauf vor jeder Wiederholung, ob der Beleg schon existiert.
| Fehlerbild | Bedeutung laut SAP | Erste Prüfung |
|---|---|---|
| 401 bei SOAP | Anmeldung erforderlich, gültige Zugangsdaten fehlen | Benutzer, Passwort oder Zertifikat und dessen Ablaufdatum |
| 403 | Benutzer ist für Daten oder Aktion nicht berechtigt | Rollen des technischen Benutzers |
| 404 | angefragtes Objekt nicht gefunden | URL, Service-Version und ob der Service im System aktiv ist |
| 412 / 428 | Datensatz wurde inzwischen geändert oder If-Match-Header fehlt | ETag neu lesen, dann erneut ändern |
| 503 | Server überlastet oder in Wartung, meist vorübergehend | Wiederholung mit Wartezeit, Wartungsfenster prüfen |
| Fehler in einem $batch | Verhalten hängt von Prefer: odata.continue-on-error ab | festlegen, ob der Rest weiterlaufen oder stoppen soll |
| IDoc mit Fehlerstatus | Fehlerdetails stehen in den Statussätzen | betroffene Segmente prüfen, gezielt nachverarbeiten |
| tRFC-Aufruf hängt | Empfänger nicht erreichbar, Aufruf bleibt in der Warteschlange | Verbindung und Warteschlange überwachen |
Ablauf in 7 Schritten
- 01Ablauf beschreiben
Welcher Vorgang, welche Belege, welche Menge pro Tag, braucht er sofort eine Antwort? Daraus folgt die Grundrichtung: synchron, asynchron oder ereignisgesteuert.
- 02Release und Betriebsmodell feststellen
ECC, S/4HANA On-Premise, Private oder Public Edition und den Stand des Feature Package mit der SAP-Basis klären.
- 03Schnittstelle im Hub auswählen
Im SAP Business Accelerator Hub die freigegebene API für Ihr Release suchen, Version und Status prüfen, Spezifikation herunterladen. Bei ECC freigegebene BAPIs oder IDoc-Typen wählen.
- 04Lizenz und Berechtigung klären
Lizenzweg mit dem SAP-Ansprechpartner abstimmen, technischen Benutzer mit minimalen Rechten und passendem Anmeldeverfahren anlegen lassen.
- 05Im Testsystem bauen
Ablauf außerhalb des ERP mit echten, anonymisierten Daten im Testsystem aufbauen, Fehlerfälle wie 403, 412 und doppelte Anlage gezielt durchspielen.
- 06Überwachung einrichten
Statuscodes, IDoc-Status und Warteschlangen auswerten und bei Fehlern die zuständige Person benachrichtigen, statt still abzubrechen.
- 07Live schalten und pflegen
Nach Freigabe produktiv nehmen und die What's-New-Hinweise jedes SAP-Release auf veraltete APIs prüfen.
Bevor Sie starten
- Release, Feature Package und Betriebsmodell Ihres SAP-Systems sind bekannt.
- Für jeden Ablauf ist festgelegt, ob er synchron, asynchron oder ereignisgesteuert laufen soll.
- Die gewählte API ist im Business Accelerator Hub für Ihr Release als freigegeben geführt.
- Der OData-Service ist im System aktiviert oder die Kommunikationsvereinbarung angelegt.
- Ein technischer Benutzer mit minimalen Rechten und Zertifikat oder OAuth 2.0 ist vorgesehen.
- Der Lizenzweg für indirekten Zugriff ist mit dem SAP-Ansprechpartner abgestimmt.
- Ein Testsystem mit realistischen Daten steht zur Verfügung.
- Es ist klar, wer Fehlermeldungen aus der Schnittstelle bekommt und bearbeitet.
- Bestehende Z-Schnittstellen sind aufgelistet und auf eine freigegebene Alternative geprüft.
Wann es sich nicht lohnt
- Ein Vorgang kommt nur wenige Male im Monat vor und ist in SAP in Minuten erledigt.
- SAP bringt für den Ablauf bereits eine Standardlösung mit, die Ihr Team nur einschalten muss.
- Der Umstieg auf S/4HANA steht unmittelbar bevor und die Anbindung würde nur für das ECC gebaut, ohne dass die Logik außerhalb des ERP liegt.
- Der Lizenzweg für indirekten Zugriff ist ungeklärt und lässt sich vor dem Start nicht klären.
- Die Stammdaten sind so uneinheitlich, dass jede Schnittstelle mehr Fehler weiterreicht als sie spart; dann zuerst die Daten bereinigen.
Häufige Fragen
Was ist eine SAP API?
Eine SAP API ist eine von SAP dokumentierte Schnittstelle, über die andere Systeme Daten mit SAP austauschen. Für S/4HANA veröffentlicht SAP sie im SAP Business Accelerator Hub, als OData- und SOAP-Schnittstellen. Dazu kommen die klassischen Wege BAPI, RFC und IDoc.
Welche Schnittstellen hat SAP S/4HANA?
S/4HANA bietet laut SAP OData in Version 2 und 4 sowie SOAP als Web-Schnittstellen, dazu Business Events. On-Premise und in der Private Edition stehen zusätzlich BAPI, RFC und IDoc zur Verfügung, ausgenommen Funktionen der Simplification List und die RFC-Bausteine aus SAP-Hinweis 2259818.
Was ist der Unterschied zwischen BAPI und IDoc?
Ein BAPI löst einen Geschäftsvorgang aus und liefert meist sofort ein Ergebnis zurück, synchron per RFC. Ein IDoc ist eine Nachricht im SAP-Format für den Datenaustausch, die immer asynchron verarbeitet wird und ihren Status in Statussätzen festhält. BAPIs passen zu Einzelvorgängen, IDocs zu Partneraustausch und Mengen.
Was ist der SAP Business Accelerator Hub?
Der SAP Business Accelerator Hub unter api.sap.com ist der Katalog, in dem SAP alle öffentlich verfügbaren APIs für S/4HANA veröffentlicht. Dort sehen Sie je API Release, Version, Anmeldeverfahren und Status und können die Spezifikation herunterladen. Früher hieß er SAP API Business Hub.
Ist OData V2 oder V4 besser?
Laut SAP verbessert OData V4 Verarbeitungszeit und Ressourcenverbrauch. Entscheidend ist aber, welche Version für Ihren Vorgang als freigegebene API vorliegt; viele Services gibt es nur in einer der beiden Versionen. Prüfen Sie das im Business Accelerator Hub für Ihr Release.
Kostet eine SAP-Schnittstelle zusätzliche Lizenzen?
Das hängt von Ihrem SAP-Vertrag ab. SAP stellt klar, dass jede Nutzung lizenziert sein muss, unabhängig davon, ob sie über BAPI, RFC, IDoc oder Webservice läuft. Im Modell Digital Access zählt das Anlegen bestimmter Belege; welches Modell für Sie gilt, klären Sie mit Ihrem SAP-Ansprechpartner.
Kann man an SAP ECC noch Schnittstellen bauen?
Ja, über BAPI, RFC, IDoc und SOAP-Webservices. Sinnvoll ist das, wenn die Logik außerhalb des ERP liegt, denn dann wird beim Umstieg auf S/4HANA nur die Schnittstelle getauscht. SAP sagt, dass S/4HANA die APIs aus SAP ERP weiterführt, mit dokumentierten Ausnahmen.
Wie meldet sich ein Fremdsystem an SAP an?
Laut SAP über Basic mit Benutzer und Passwort, x509-Zertifikat, OAuth 2.0 oder SAML-Single-Sign-on, je nach API. Für unbeaufsichtigte Abläufe ist ein technischer Benutzer mit Zertifikat oder OAuth 2.0 üblich. Der Benutzer bekommt nur die Rechte, die der Ablauf braucht.
Brauchen wir für SAP-Schnittstellen eine Middleware?
Nicht zwingend, denn OData, SOAP und RFC lassen sich direkt aufrufen. Eine Integrationsplattform lohnt sich, wenn viele Systeme verbunden, Nachrichten umgewandelt oder zentral überwacht werden sollen. Für einzelne Abläufe reicht oft eine schlanke Anbindung, die Fehler sauber meldet.
Quellen
- SAP Help: APIs on SAP Business Accelerator Hub (SAP S/4HANA, Version 2025 FPS02)abgerufen am 06. November 2026
- SAP Help: APIs on SAP Business Accelerator Hub (SAP S/4HANA Cloud Public Edition 2608)abgerufen am 06. November 2026
- SAP Help: APIs for SAP S/4HANA (PDF, 26.02.2021)abgerufen am 06. November 2026
- SAP Help: BAPI (ABAP Platform)abgerufen am 06. November 2026
- SAP Learning: Explaining the Integration Technology Based on BAPIs and IDocsabgerufen am 06. November 2026
- SAP Help: Activating OData Services for Individual Apps (SAP S/4HANA 2025)abgerufen am 06. November 2026
- SAP Help: External API, Creating a Communication Arrangement (SAP S/4HANA Cloud Public Edition)abgerufen am 06. November 2026
- SAP Help: Communication Arrangement, Inbound User Entity (SAP S/4HANA Cloud Public Edition)abgerufen am 06. November 2026
- SAP Help: Business Event Handling (SAP S/4HANA Cloud Public Edition)abgerufen am 06. November 2026
- SAP Learning: Describing SAP's Event-Driven Ecosystemabgerufen am 06. November 2026
- SAP News: How to Extend SAP S/4HANA Cloud the Right Way (12.08.2025)abgerufen am 06. November 2026
- SAP News: Indirect Access Guide for SAP Installed Base Customers (PDF, April 2018)abgerufen am 06. November 2026
- SAP Learning: Understanding Subscription Licensing (Kurs Exploring SAP Cloud ERP)abgerufen am 06. November 2026
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