Wie entsteht ein Monatsbericht automatisch aus dem ERP?
Ein Monatsbericht entsteht automatisch, wenn fünf Schritte ohne Handarbeit hintereinander laufen: Daten abholen, in ein Modell laden, Konten zuordnen, gegen die Buchhaltung prüfen und den Bericht für die Empfänger freigeben. Fehlt einer dieser Schritte, bleibt Handarbeit übrig, meist als Excel-Export am Monatsanfang.
Power BI übernimmt dabei das Abholen, das Modell und die Darstellung. Im Importmodus kopiert Power BI die Daten aus der Quelle in ein sogenanntes Semantikmodell, eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt der letzten Aktualisierung. Alternativ fragt der Modus DirectQuery die Quelle bei jeder Ansicht direkt ab. Für Monatszahlen aus der Finanzbuchhaltung genügt fast immer der Import, weil sich ein abgeschlossener Monat nicht mehr ändert.
Was Power BI nicht von selbst mitbringt, ist die Finanzlogik: welches Konto zu welcher Berichtszeile gehört, welche Gesellschaft in welcher Währung bucht und welche Beträge zwischen den Gesellschaften herausgerechnet werden. Diese Regeln müssen einmal festgelegt und im Modell abgebildet werden. Genau dort liegt der Großteil der Arbeit.
- Quelle: Hauptbuch- oder Sachposten, Kontenplan, Dimensionen wie Kostenstelle und Gesellschaft
- Abholung: Connector, Schnittstelle oder Datenbankzugriff, bei lokalen Systemen über ein Gateway
- Modell: Kontenmapping, Gesellschaften, Währungen, Kalender
- Prüfung: Abstimmung der Summen gegen die Saldenliste der Buchhaltung
- Verteilung: Bericht mit Berechtigungen je Gesellschaft oder Bereich
Welche Datenwege gibt es für SAP, Business Central, DATEV und andere ERP?
Der Datenweg hängt davon ab, ob das ERP in der Cloud oder im eigenen Rechenzentrum läuft und welche Schnittstelle der Hersteller vorsieht. Die folgende Tabelle fasst die dokumentierten Wege zusammen.
Für Microsoft Dynamics 365 Business Central online gibt es in Power BI einen eigenen Connector. Microsoft empfiehlt, Daten über API-Seiten zu lesen; der Weg über klassische Webdienste gilt als veraltet. Wichtig für Gruppen mit mehreren Gesellschaften: ODataV4 exportiert keine Daten aus mehreren Unternehmen auf einmal. Microsoft beschreibt stattdessen, die Abfrage für ein Unternehmen in eine Power-Query-Funktion umzuwandeln, sie auf die Liste der Unternehmen anzuwenden und die Ergebnisse mit Table.Combine zusammenzuführen. Standardmäßig liest der Connector von einem schreibgeschützten Datenbankreplikat, was das laufende System entlastet.
Für SAP S/4HANA im eigenen Betrieb gibt es zwei dokumentierte Wege. Der SAP-HANA-Connector greift auf die Datenbank zu, setzt den SAP HANA ODBC-Treiber voraus und unterstützt Import und DirectQuery sowie HANA-Berechnungsansichten. In Power Query Online verlangt dieser Connector immer ein lokales Datengateway. Der zweite Weg ist ein OData-Dienst: Laut SAP-Hilfe wird eine CDS-View mit der Annotation @OData.publish als OData-Service erzeugt und im SAP Gateway registriert. Welcher Weg bei Ihnen zulässig ist, klären Sie mit Ihrer SAP-Basis und Ihrem SAP-Lizenzvertrag.
Für DATEV führt die von uns ausgewertete Microsoft-Dokumentation keinen eigenen Power-BI-Connector. Wenn die Finanzbuchhaltung einer Gesellschaft bei der Steuerberatung in DATEV liegt, wird der Datenweg deshalb gemeinsam mit der Kanzlei festgelegt: welche Auswertung, in welchem Format, zu welchem Termin nach dem Monatsabschluss.
| System | Dokumentierter Weg | Gateway nötig? | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Business Central online | Power-BI-Connector, API-Seiten (Standard-APIs v2.0) | Nein | Mehrere Unternehmen per Funktion und Table.Combine laden, nicht per ODataV4 |
| Business Central im eigenen Betrieb | Webdienste bzw. APIs des eigenen Servers | Ja, wenn der Server nicht aus dem Internet erreichbar ist | Zugriff und Aktualisierung über das Gateway testen |
| SAP S/4HANA im eigenen Betrieb | SAP-HANA-Connector oder OData-Service aus CDS-View | Ja | ODBC-Treiber auf dem Gateway-Rechner, Nutzungsrechte mit SAP klären |
| DATEV (Steuerberatung) | Kein Standard-Connector in der ausgewerteten Doku | Abhängig vom Ablageort | Auswertung, Format und Termin mit der Kanzlei festlegen |
| Andere ERP | OData, REST-Schnittstelle oder Datenbank | Ja bei lokalen Quellen | Lesekonto mit minimalen Rechten, Abfrage ohne Last für den Tagesbetrieb |
Wenn eine Abfrage lokale Quellen und Cloud-Quellen mischt, muss laut Microsoft auch die Cloud-Quelle über das Gateway laufen. Ein Semantikmodell kann nur eine einzige Gatewayverbindung verwenden.
Wie oft lässt sich ein Power-BI-Bericht aus dem ERP aktualisieren?
Auf gemeinsam genutzter Kapazität erlaubt Power BI bis zu acht geplante Aktualisierungen pro Tag, auf Premium-, PPU- oder Fabric-Kapazität bis zu 48. Für einen Monatsbericht reicht die kleinere Grenze. Für ein Vertriebs-Cockpit, das mehrmals täglich aktuell sein soll, wird sie schnell eng.
Jede Aktualisierung muss außerdem in einem Zeitlimit fertig werden: in weniger als zwei Stunden auf gemeinsam genutzter Kapazität, in fünf Stunden auf Premium. Ein Modell, das bei jedem Lauf alle Buchungen seit Jahren neu lädt, stößt bei wachsender Datenmenge an diese Grenze. Deshalb gehört die inkrementelle Aktualisierung von Anfang an ins Konzept.
Für ERP-Systeme im eigenen Rechenzentrum braucht der Power-BI-Dienst ein lokales Datengateway. Das ist eine Windows-Software im eigenen Netz, die nur ausgehende Verbindungen aufbaut. Im Standardmodus verwaltet die IT die Verbindungen zentral, im persönlichen Modus gehört das Gateway einer einzelnen Person. Für ein Berichtswesen, das nicht an einem Arbeitsplatzrechner hängen soll, ist der Standardmodus die passende Wahl.
Ein oft übersehener Punkt: Besucht zwei Monate lang niemand die Berichte eines Modells, hält Power BI dessen geplante Aktualisierung an und informiert den Besitzer per E-Mail. Ein Quartalsbericht kann so beim nächsten Öffnen veraltete Zahlen zeigen.
| Grenze | Gemeinsam genutzte Kapazität | Premium-, PPU- oder Fabric-Kapazität |
|---|---|---|
| Geplante Aktualisierungen pro Tag | Bis zu 8 | Bis zu 48 |
| Zeitlimit je Aktualisierung | Unter 2 Stunden | 5 Stunden, über den XMLA-Endpunkt ohne dieses Limit |
| Inkrementelle Aktualisierung | Unterstützt (auch Power BI Pro) | Unterstützt |
| Echtzeit-Partition per DirectQuery | Nicht unterstützt | Unterstützt |
| Pause bei Inaktivität | Nach zwei Monaten ohne Berichtsaufruf | Nach zwei Monaten ohne Berichtsaufruf |
Was bringen inkrementelle Aktualisierung und Dataflows im Berichtswesen?
Die inkrementelle Aktualisierung lädt nur noch den jüngsten Zeitraum neu, ältere Perioden bleiben unverändert im Modell. Power BI teilt die Tabelle dafür automatisch in Partitionen auf. Gesteuert wird das über zwei Datumsparameter mit den festen Namen RangeStart und RangeEnd, die auf eine Datumsspalte der Buchungen filtern.
Für den Monatsabschluss ist die Option „nur vollständige Tage aktualisieren“ interessant. Microsoft beschreibt selbst das Beispiel eines Finanzsystems, dessen Vormonat erst am zwölften Kalendertag freigegeben wird: Aktualisierungszeitraum ein Monat, Aktualisierung am Zwölften. So erscheinen im Bericht keine halbfertigen Monate.
Die Falle liegt im sogenannten Query Folding. Der Datumsfilter muss an die Quelle weitergegeben werden. Geschieht das nicht, holt Power BI alle Zeilen und filtert erst danach, und der Vorteil der inkrementellen Aktualisierung ist weg. Bei OData- und Web-Quellen prüft Power BI Desktop das nicht immer zuverlässig, deshalb gehört ein Test mit der Abfragediagnose zur Einrichtung.
Dataflows trennen die Datenaufbereitung vom einzelnen Bericht. Laut Microsoft dienen sie dazu, Transformationslogik wiederzuverwenden, eine einzige Quelle der Wahrheit zu schaffen und den direkten Zugriff vieler Berichte auf die Quellsysteme zu vermeiden. Für das ERP-Reporting heißt das: Kontenmapping und Währungsumrechnung werden einmal gebaut und von allen Berichten genutzt. Microsoft führt die erste Dataflow-Generation inzwischen als Legacy und empfiehlt bei Fabric-Zugang Dataflow Gen2.
Wie sieht das Datenmodell für mehrere Gesellschaften aus?
Ein Bericht über mehrere Gesellschaften braucht vier Bausteine: eine Gesellschaftsdimension, ein Kontenmapping auf eine gemeinsame Berichtsstruktur, eine Währungslogik und eine Kennzeichnung der Geschäfte innerhalb der Gruppe. Ohne diese Bausteine addiert der Bericht Äpfel und Birnen.
Das Kontenmapping ist der wichtigste Baustein. Gesellschaften auf verschiedenen ERP-Systemen haben fast nie denselben Kontenplan. Eine Mapping-Tabelle ordnet jedes Konto jeder Gesellschaft genau einer Berichtszeile zu, etwa Umsatzerlöse, Materialaufwand oder Personalaufwand. Neue Konten, die im Mapping fehlen, müssen sichtbar auffallen, sonst fehlen Beträge still im Bericht.
Für die Währung gibt § 308a HGB im Konzernabschluss die Richtung vor: Vermögensgegenstände und Schulden zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag, Erträge und Aufwendungen zum Durchschnittskurs, Eigenkapital zum historischen Kurs. Die Differenz steht im Konzerneigenkapital als Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung. Für ein internes Management-Reporting können Sie davon abweichen, sollten aber Kursquelle und Kurstag festhalten.
Geschäfte zwischen den Gesellschaften müssen in einer Gruppensicht herausgerechnet werden, sonst erscheinen Umsätze und Forderungen doppelt. Im Bericht reicht dafür oft eine Kennzeichnung der Partnergesellschaft je Buchung und eine Eliminierungszeile. Wie die Salden vorher zwischen den Gesellschaften abgestimmt werden, beschreibt unsere Seite zur Intercompany-Abstimmung.
| Baustein | Zweck | Prüffrage vor dem Start |
|---|---|---|
| Gesellschaftsdimension | Jede Zeile trägt die buchende Gesellschaft | Gibt es einen eindeutigen Schlüssel je Gesellschaft über alle Systeme? |
| Kontenmapping | Konten aller Gesellschaften auf eine Berichtsstruktur | Wer pflegt das Mapping, wenn ein neues Konto angelegt wird? |
| Währungstabelle | Umrechnung in die Berichtswährung | Welche Kursquelle, welcher Kurstag, Stichtag oder Durchschnitt? |
| Partnerkennzeichen | Geschäfte innerhalb der Gruppe erkennen und eliminieren | Ist der Partner auf Debitor, Kreditor oder Konto hinterlegt? |
| Periodentabelle | Gleicher Kalender trotz abweichender Geschäftsjahre | Hat eine Gesellschaft ein abweichendes Wirtschaftsjahr? |
Nutzen alle Gesellschaften Business Central, bietet das ERP selbst eine Konsolidierung: laut Microsoft auch bei verschiedenen Kontenplänen, Geschäftsjahren und Währungen und sogar für Gesellschaften auf anderen Buchhaltungssystemen. Die Eliminierungen bucht man dort allerdings manuell. Power BI ersetzt diese Konsolidierung nicht, es kann sie aber als Quelle nutzen.
Wie stellt man sicher, dass die Zahlen im Bericht mit der Buchhaltung übereinstimmen?
Die Zahlen stimmen, wenn jede Aktualisierung automatisch gegen die Saldenliste der Buchhaltung je Gesellschaft und Periode geprüft wird und eine Abweichung den Bericht sichtbar sperrt oder markiert. Ein Bericht ohne diese Abstimmung wird nach der ersten unerklärten Differenz nicht mehr genutzt.
Die Prüfung gehört in den Datenweg, nicht in die Hand einer Person am Monatsende. Jede Regel unten lässt sich als eigene Prüftabelle im Modell oder in einem vorgelagerten Schritt abbilden. Der Bericht zeigt dann neben den Kennzahlen einen Prüfstatus mit Datum und Uhrzeit der letzten erfolgreichen Aktualisierung.
| Prüfregel | Was sie findet | Reaktion |
|---|---|---|
| Summe je Gesellschaft und Periode gegen Saldenliste | Fehlende oder doppelte Buchungen beim Abholen | Bericht für diese Gesellschaft als nicht abgestimmt markieren |
| Anzahl nicht gemappter Konten gleich null | Neu angelegte Konten ohne Berichtszeile | Liste an die Person, die das Mapping pflegt |
| Soll gleich Haben je Gesellschaft und Periode | Unvollständig geladene Buchungen | Aktualisierung wiederholen, dann eskalieren |
| Kurs für jede Währung und Periode vorhanden | Fehlende Umrechnung, Beträge fallen auf null | Kurs nachpflegen, Bericht bis dahin markieren |
| IC-Saldo gegen Saldo der Partnergesellschaft | Nicht abgestimmte Geschäfte innerhalb der Gruppe | Übergabe an die Intercompany-Abstimmung |
| Periode in der Quelle abgeschlossen | Zahlen aus einem noch offenen Monat | Periode als vorläufig kennzeichnen |
| Letzte erfolgreiche Aktualisierung | Angehaltene oder fehlgeschlagene Aktualisierung | Hinweis im Bericht, Meldung an den Modellbesitzer |
Wie regelt man, wer welche Gesellschaft im Bericht sieht?
Wer welche Zeilen sieht, regelt in Power BI die Sicherheit auf Zeilenebene, englisch Row-Level Security. Rollen mit Filterausdrücken legen fest, dass zum Beispiel die Geschäftsführung einer Tochter nur die Zeilen ihrer Gesellschaft sieht. Dynamische Regeln lesen dafür den Anmeldenamen und gleichen ihn mit einer Zuordnungstabelle im Modell ab.
Vier Punkte aus der Microsoft-Dokumentation entscheiden in der Praxis, ob das Konzept trägt. Erstens gilt die Zeilensicherheit nur für Personen mit der Arbeitsbereichsrolle Viewer; Administratoren, Mitglieder und Mitwirkende sehen alles. Zweitens sind Rollen additiv: Wer zwei Rollen hat, sieht die Daten beider. Drittens lassen sich Microsoft-365-Gruppen keiner Rolle zuweisen, wohl aber Sicherheits- und Verteilergruppen. Viertens schränkt die Zeilensicherheit keine Spalten ein; dafür gibt es die Sicherheit auf Objektebene.
Im Importmodus spielen die Berechtigungen im ERP keine Rolle mehr, weil Power BI eine Kopie der Daten hält. Die Rechte aus dem ERP müssen deshalb im Modell nachgebaut werden. Nur bei DirectQuery wendet die Quelle ihre eigenen Sicherheitsregeln mit den Anmeldedaten der Person an.
Vor der Freigabe prüfen Sie jede Rolle mit der Funktion „Als Rolle testen“ im Power-BI-Dienst. Für Gäste aus anderen Organisationen reicht dieser Test laut Microsoft nicht, dort hilft nur die Anmeldung mit dem echten Gastkonto.
Kann man den Bericht in ganzen Sätzen fragen, und wie verlässlich ist die Antwort?
Ja, Copilot in Power BI beantwortet Fragen in ganzen Sätzen, aber nur Antworten aus dem Semantikmodell sind belastbar. Laut Microsoft nutzt Copilot das Modell, wenn sich die Frage darauf beziehen lässt, und greift sonst auf das allgemeine Wissen des Sprachmodells zurück. Für Finanzzahlen ist dieser Unterschied entscheidend.
Microsoft weist außerdem darauf hin, dass Copilot ohne vorbereitetes Modell Daten falsch deuten und ungenaue Ergebnisse liefern kann. Vorbereitung heißt hier: klare Namen für Tabellen und Kennzahlen, Beschreibungen, festgelegte Definitionen. Das deckt sich mit dem Kontenmapping und den Prüfregeln oben. Ein gut abgestimmtes Modell ist die Voraussetzung für brauchbare Antworten, nicht deren Folge.
Für Copilot verlangt Microsoft eine kostenpflichtige Organisationskapazität; eine Pro- oder PPU-Lizenz allein reicht nicht. Eingaben in anderen Sprachen als Englisch liefern laut Microsoft gelegentlich relevante Antworten, werden aber derzeit nicht offiziell unterstützt. Planen Sie deutsche Fragen deshalb mit einem Test auf Ihren eigenen Daten ein.
Unsere Regel für KI-Fragen an Finanzzahlen: Jede Antwort nennt die Kennzahl, die Gesellschaft, die Periode und den Stand der letzten abgestimmten Aktualisierung. Eine Zahl ohne diese Angaben ist eine Vermutung und gehört nicht in eine Entscheidungsvorlage.
Was gehört zum Berichtswesen und was zur Intercompany-Abstimmung?
Das Berichtswesen zeigt die Zahlen der Gruppe, die Intercompany-Abstimmung sorgt vorher dafür, dass die Geschäfte zwischen den Gesellschaften auf beiden Seiten gleich gebucht sind. Der Bericht kann eine Differenz zwischen Partnergesellschaften anzeigen, klären muss sie die Abstimmung.
Für den Konzernabschluss nach HGB regeln die Konsolidierungsgrundsätze in § 300 HGB, dass die Abschlüsse von Mutter und Töchtern zusammengefasst werden. Ein Power-BI-Bericht ist dafür ein Werkzeug zur Steuerung und Kontrolle, kein Ersatz für den geprüften Konzernabschluss. Ob und wie Sie ihn für Abschlusszwecke nutzen, stimmen Sie mit Ihrer Wirtschaftsprüfung ab.
Ablauf in 6 Schritten
- 01Berichte und Kennzahlen festlegen
Welche Berichte gibt es heute, wer nutzt sie, und wie ist jede Kennzahl definiert? Umsatz nach Rechnungsdatum oder Buchungsdatum ist eine Entscheidung, keine Technikfrage.
- 02Datenwege je Gesellschaft klären
Je System den Weg laut Hersteller-Doku wählen, ein Lesekonto mit minimalen Rechten anlegen und bei lokalen Systemen das Gateway im Standardmodus einrichten.
- 03Kontenmapping und Stammtabellen bauen
Mapping je Gesellschaft auf die Berichtsstruktur, Währungstabelle mit Kursquelle, Partnerkennzeichen und Kalender. Das Mapping pflegt eine benannte Person.
- 04Prüfregeln einbauen
Abstimmung gegen die Saldenliste, nicht gemappte Konten, Soll gleich Haben, Kurse, IC-Salden und Aktualisierungsstatus als feste Prüfungen im Datenweg.
- 05Parallel laufen lassen
Mindestens einen Monatsabschluss lang den automatischen Bericht neben dem bisherigen Bericht erstellen und jede Differenz bis zur Ursache klären.
- 06Berechtigungen und Freigabe
Rollen je Gesellschaft oder Bereich anlegen, mit „Als Rolle testen“ prüfen, Empfänger als Viewer berechtigen und Aktualisierungszeitpunkt an den Abschlusskalender koppeln.
Bevor Sie starten
- Liste aller Gesellschaften mit ERP, Betriebsart (Cloud oder eigenes Rechenzentrum) und Ansprechperson
- Aktuelle Monatsberichte als Muster, mit den Kennzahlen, die heute von Hand entstehen
- Kontenpläne aller Gesellschaften und eine Zielstruktur für den Bericht
- Klärung mit der IT: Server für ein lokales Datengateway, Lesekonto, Netzfreigaben
- Bei SAP: Abstimmung mit SAP-Basis und Lizenzvertrag zum Datenzugriff
- Bei DATEV-Gesellschaften: vereinbarte Auswertung und Termin mit der Steuerberatung
- Saldenliste je Gesellschaft für mindestens einen abgeschlossenen Monat als Abstimmungsbasis
- Festlegung, wer welche Gesellschaft sehen darf, als Tabelle mit Personen oder Gruppen
- Vorhandene Power-BI-Lizenzen und Kapazität, damit Aktualisierungsgrenzen bekannt sind
Wann es sich nicht lohnt
- Eine einzige Gesellschaft, deren ERP einen passenden Standardbericht oder eine fertige Power-BI-App mitbringt: Dann erst die Bordmittel nutzen.
- Der Bericht wird einmal im Jahr gebraucht und ändert sich jedes Mal: Ein sauber dokumentierter Excel-Weg ist dann günstiger als ein Modell, das gepflegt werden muss.
- Kennzahlen sind im Haus nicht geklärt und es gibt niemanden, der das Kontenmapping verantwortet: Dann zuerst die Definitionen festlegen, sonst automatisiert man Streit.
- Die Buchhaltung einer Gesellschaft ist regelmäßig erst Wochen nach Monatsende vollständig: Eine häufige Aktualisierung bringt dann nur schneller vorläufige Zahlen.
Häufige Fragen
Kann Power BI direkt auf SAP S/4HANA zugreifen?
Ja, Microsoft dokumentiert dafür den SAP-HANA-Connector, der den SAP HANA ODBC-Treiber voraussetzt und Import sowie DirectQuery unterstützt. Alternativ lässt sich laut SAP-Hilfe eine CDS-View als OData-Service bereitstellen. Bei S/4HANA im eigenen Betrieb läuft der Zugriff aus dem Power-BI-Dienst über ein lokales Datengateway. Die Zulässigkeit des Datenbankzugriffs klären Sie mit Ihrem SAP-Lizenzvertrag.
Wie verbinde ich Power BI mit Business Central für mehrere Gesellschaften?
Über den Business-Central-Connector und die API-Seiten, wobei die Abfrage für ein Unternehmen in eine Power-Query-Funktion umgewandelt und für alle Unternehmen ausgeführt wird. Die Ergebnisse führt Table.Combine zusammen. Der Weg über ODataV4 liefert laut Microsoft keine Daten aus mehreren Unternehmen.
Brauche ich ein Gateway für Power BI?
Ein lokales Datengateway brauchen Sie, sobald der Power-BI-Dienst eine Quelle nicht direkt über das Internet erreicht, etwa ein ERP im eigenen Rechenzentrum. Das Gateway baut nur ausgehende Verbindungen auf, eingehende Ports bleiben zu. Für ein Berichtswesen empfiehlt sich der Standardmodus mit zentral verwalteten Verbindungen.
Wie oft aktualisiert sich ein Power-BI-Bericht?
Geplant bis zu achtmal täglich auf gemeinsam genutzter Kapazität und bis zu 48-mal auf Premium-, PPU- oder Fabric-Kapazität. Jede Aktualisierung muss in unter zwei beziehungsweise fünf Stunden abgeschlossen sein. Besucht zwei Monate niemand die Berichte, hält Power BI die geplante Aktualisierung an.
Kann Power BI eine Konsolidierung über mehrere Gesellschaften ersetzen?
Für die Steuerung kann Power BI eine Gruppensicht mit Kontenmapping, Währungsumrechnung und Eliminierungszeilen zeigen. Den Konzernabschluss nach HGB ersetzt der Bericht nicht. Wofür Sie ihn im Abschluss verwenden dürfen, klären Sie mit Ihrer Wirtschaftsprüfung.
Woran erkenne ich, dass die Zahlen im Bericht stimmen?
Daran, dass jede Aktualisierung automatisch gegen die Saldenliste je Gesellschaft und Periode abgestimmt wird und der Bericht den Prüfstatus anzeigt. Dazu gehören Prüfungen auf nicht gemappte Konten, fehlende Kurse und den Zeitpunkt der letzten erfolgreichen Aktualisierung. Ohne diese Anzeige muss jede Person die Zahlen selbst nachprüfen.
Sehen Mitarbeitende einer Tochter nur ihre eigenen Zahlen?
Ja, wenn die Sicherheit auf Zeilenebene eingerichtet ist und die Personen im Arbeitsbereich die Rolle Viewer haben. Für Administratoren, Mitglieder und Mitwirkende gilt die Zeilensicherheit laut Microsoft nicht. Rollen wirken additiv, wer zwei Rollen hat, sieht beide Datenbereiche.
Kann ich dem Bericht Fragen auf Deutsch stellen?
Copilot in Power BI beantwortet Fragen in ganzen Sätzen, Microsoft unterstützt andere Sprachen als Englisch derzeit aber nicht offiziell. Zudem antwortet Copilot aus dem allgemeinen Sprachmodellwissen, wenn sich eine Frage nicht auf das Modell beziehen lässt. Für Finanzzahlen sollte jede Antwort deshalb Kennzahl, Gesellschaft, Periode und Datenstand nennen.
Muss ich dafür das ERP wechseln?
Nein, das Berichtswesen setzt auf den bestehenden Schnittstellen der ERP-Systeme auf. Gesellschaften dürfen dabei unterschiedliche Systeme nutzen, solange jedes System seine Buchungsdaten über einen dokumentierten Weg bereitstellt und ein Kontenmapping existiert.
Quellen
- Microsoft Learn: Aktualisieren von Daten in Power BIabgerufen am 05. November 2026
- Microsoft Learn: Lokale Datengateways in Power BIabgerufen am 05. November 2026
- Microsoft Learn: Inkrementelle Aktualisierung und Echtzeitdaten für Power BI-Semantikmodelleabgerufen am 05. November 2026
- Microsoft Learn: Einführung in Dataflows und Self-Service Data Prep (Legacy)abgerufen am 05. November 2026
- Microsoft Learn: Sicherheit auf Zeilenebene (RLS) mit Power BIabgerufen am 05. November 2026
- Microsoft Learn: Berichte in Power BI Desktop zur Anzeige von Business Central-Daten erstellenabgerufen am 05. November 2026
- Microsoft Learn: Daten von mehreren Unternehmen konsolidieren (Business Central)abgerufen am 05. November 2026
- Microsoft Learn: Power Query SAP HANA-Datenbank-Connectorabgerufen am 05. November 2026
- Microsoft Learn: Power Query OData-Feed-Connectorabgerufen am 05. November 2026
- SAP Help Portal: Expose CDS View as an OData Service (SAP NetWeaver 7.5)abgerufen am 05. November 2026
- Microsoft Learn: Übersicht über Copilot für Power BIabgerufen am 05. November 2026
- § 300 HGB Konsolidierungsgrundsätze, Vollständigkeitsgebotabgerufen am 05. November 2026
- § 308a HGB Umrechnung von auf fremde Währung lautenden Abschlüssenabgerufen am 05. November 2026
Dieser Beitrag ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Genannte Produktnamen sind Marken ihrer jeweiligen Inhaber; eine Partnerschaft mit den Herstellern besteht nicht.