Bis wann wird SAP ECC noch gewartet?
SAP wartet die Kernanwendungen der SAP Business Suite 7, darunter SAP ERP 6.0, im Mainstream bis zum 31. Dezember 2027. Danach können Kunden eine optionale erweiterte Wartung für die Jahre 2028 bis Ende 2030 buchen. SAP berechnet dafür zwei Prozentpunkte zusätzlich auf die Wartungsbasis und bindet sie an die letzten drei Enhancement Packages der Kernanwendungen.
Wer keine erweiterte Wartung bucht oder deren Ende erreicht, fällt in die kundenspezifische Wartung. In einem Beitrag vom 7. Oktober 2026 bestätigt SAP, dass sich diese Termine nicht geändert haben, und rät ausdrücklich davon ab, die kundenspezifische Wartung als langfristiges Betriebsmodell für geschäftskritische Systeme zu nutzen.
Für S/4HANA gilt eine andere Zusage: Bis Ende 2040 ist laut SAP immer mindestens ein Release in Wartung. Diese Zusage hat SAP im Februar 2020 zusammen mit der Verlängerung der Business-Suite-Fristen angekündigt.
| Zeitraum | Status laut SAP | Was das für Ihr ECC heißt |
|---|---|---|
| bis 31.12.2027 | Mainstream-Wartung | Korrekturen und gesetzliche Anpassungen im Rahmen der regulären Wartung |
| 2028 bis Ende 2030 | optionale erweiterte Wartung | nur auf Buchung, mit Aufschlag, für die letzten drei Enhancement Packages |
| ab 2031 | kundenspezifische Wartung | laut SAP kein empfohlenes Langfristmodell für geschäftskritische Systeme |
| 2031 bis 2033 | Transition Option for SAP ERP | befristetes Abo, nur für Systeme, die bis 31.12.2030 auf SAP ERP, private edition on SAP HANA umgestellt sind |
Prüfen Sie Ihren Vertrag und Ihr Enhancement Package. Welche Wartung für Ihr System gilt, hängt von beidem ab, nicht nur vom Produktnamen.
Warum 2030 für viele Mittelständler die eigentliche Frist ist
Läuft Ihr ECC auf einer Datenbank, die nicht von SAP stammt, ist Ende 2030 der entscheidende Termin. SAP schreibt am 7. Oktober 2026, dass die Werkzeuge für die Konvertierung eines Business-Suite-7-Systems auf Drittanbieter-Datenbank zu S/4HANA oder SAP Cloud ERP nur bis Ende 2030 bereitstehen. Danach ist laut SAP nur noch eine Neuimplementierung möglich.
Dazu kommt der Support: Nach 2030 bietet SAP für diese Umgebungen keinen datenbankspezifischen Support mehr, auch wenn die Datenbank über SAP lizenziert wurde. Kernel-Patches und Datenbank-Werkzeuge für Administration, Sicherung und Migration sind dann eingeschränkt. Für Java-Komponenten auf SAP NetWeaver AS Java 7.5 enden die Support-Vereinbarungen ebenfalls Ende 2030.
Ein Wechsel nur der Datenbank auf SAP HANA ist laut SAP möglich, verlängert aber keine Wartungsfrist und wird von SAP nicht als strategischer Langfristweg empfohlen.
- Datenbank Ihres ECC-Systems feststellen: SAP HANA oder Drittanbieter.
- Java-Abhängigkeiten auflisten, etwa Portale oder Schnittstellen auf SAP NetWeaver AS Java.
- Wenn Drittanbieter-Datenbank: den Umstieg so planen, dass eine Konvertierung vor Ende 2030 abgeschlossen sein kann, falls Sie Brownfield wollen.
Greenfield, Brownfield oder Selective: die drei Wege nach SAP
SAP unterscheidet drei Wege zu S/4HANA: Neuimplementierung, Systemkonvertierung und selektive Datenübernahme. Im Sprachgebrauch heißen sie Greenfield, Brownfield und Selective Data Transition. Welcher Weg passt, entscheiden Sie mit Ihrem SAP-Partner; für Automatisierungen um das ERP herum ist vor allem wichtig, was mit Daten, Customizing und Eigenentwicklungen passiert.
Bei der Neuimplementierung werden laut SAP nur Stammdaten und offene Posten übernommen, das Customizing wird neu auf Basis der SAP Best Practices aufgesetzt. Bei der Systemkonvertierung wird das bestehende ERP mit dem Software Update Manager in S/4HANA überführt, die Historie bleibt erhalten, Eigenentwicklungen müssen vorher bereinigt und angepasst werden. Die selektive Datenübernahme liegt dazwischen: entweder als Shell Conversion, bei der eine Kopie ohne Stamm- und Bewegungsdaten konvertiert wird, oder als Mix and Match, bei dem ein neues System Teile der alten Konfiguration und Entwicklungen erhält.
| Weg | Historische Daten | Customizing und Eigenentwicklungen | Folge für Schnittstellen |
|---|---|---|---|
| Neuimplementierung (Greenfield) | Stammdaten und offene Posten | neu aufgesetzt, alter Code bleibt zurück | alle Anbindungen werden neu gebaut oder umgestellt |
| Systemkonvertierung (Brownfield) | bleiben erhalten | werden übernommen und angepasst | bestehende Anbindungen einzeln gegen S/4HANA prüfen |
| Selective Data Transition | ausgewählt, zum Beispiel ein Zeitausschnitt | teilweise übernommen | je nach Zuschnitt wie Greenfield oder Brownfield |
Clean Core: was SAP von Erweiterungen erwartet
Clean Core bedeutet, den ERP-Kern standardnah und upgradefähig zu halten und Erweiterungen nur über stabile, dokumentierte Wege anzubinden. SAP ordnet Erweiterungen seit 2025 in vier Stufen von A bis D ein. Je höher die Stufe, desto größer das Risiko, dass ein Upgrade sie bricht.
Für Automatisierungen heißt das: Ein Ablauf, der über freigegebene Schnittstellen mit dem ERP spricht, gehört zur saubersten Stufe. Ein Programm, das direkt in SAP-Tabellen schreibt oder Standardcode verändert, gehört zur Stufe D. Genau solche Programme werden beim Umstieg teuer, weil sie einzeln geprüft und angepasst werden müssen.
| Stufe laut SAP | Was erlaubt ist | Einordnung für Automatisierung |
|---|---|---|
| A | nur öffentlich freigegebene, stabile SAP-Schnittstellen | Zielbild für neue Abläufe |
| B | zusätzlich klassische, dokumentierte SAP-Schnittstellen | vertretbar, vor dem Umstieg gegen S/4HANA prüfen |
| C | Zugriff auf interne SAP-Objekte | Risiko bei jedem Upgrade, nur mit Begründung |
| D | Modifikationen, Schreibzugriffe auf SAP-Tabellen, implizite Erweiterungen | nicht für neue Automatisierung verwenden |
Die Stufen beschreibt SAP für S/4HANA Cloud. Für ein ECC-System sind sie ein Maßstab, um heutige Eigenentwicklungen und Anbindungen vor dem Umstieg einzuordnen.
Wie Automatisierung den Umstieg überlebt
Eine Automatisierung überlebt den Umstieg, wenn ihre fachliche Logik außerhalb des ERP liegt und sie nur über dokumentierte Schnittstellen mit dem ERP spricht. Beim Umstieg tauschen Sie dann die Anbindung, nicht die Regeln. Prüfung, Abgleich, Freigabe und Protokoll bleiben, wie sie sind.
Für S/4HANA veröffentlicht SAP alle öffentlich verfügbaren Schnittstellen im SAP Business Accelerator Hub. SAP nennt dort zwei Typen: OData-Schnittstellen in Version 2 und 4 sowie SOAP-Schnittstellen. Sie unterstützen Anmeldung per Benutzer und Passwort, Zertifikat, OAuth 2.0 oder SAML, Sammelaufrufe per Batch und Sperrschutz über ETags, damit zwei gleichzeitige Änderungen sich nicht überschreiben.
Für ein ECC-System heißt das praktisch: Bauen Sie zwischen ERP und Automatisierung eine eigene Zwischenschicht. Heute ruft sie die vorhandenen Schnittstellen Ihres ECC auf, nach dem Umstieg die passende Schnittstelle aus dem Business Accelerator Hub. Vorher lohnt ein Abgleich, welche S/4HANA-Schnittstelle Ihren heutigen Aufruf ersetzt, damit die Datenfelder der Zwischenschicht schon jetzt dazu passen.
- Fachliche Regeln, Prüfungen und Freigaben in einem eigenen Dienst, nicht als Z-Programm im ERP.
- Lesen und Schreiben nur über dokumentierte Schnittstellen, nie direkt in Tabellen.
- Eine Zwischenschicht je ERP, damit der Wechsel nur eine Stelle betrifft.
- Jeder automatische Schritt mit Protokoll, damit Tests vor und nach dem Umstieg vergleichbar sind.
- Testfälle mit echten Belegen aufbewahren und nach dem Umstieg erneut durchlaufen lassen.
Was Sie vor, während und nach dem Umstieg automatisieren
Vor dem Umstieg lohnt Automatisierung dort, wo sie Daten aufräumt oder Abläufe aus dem ERP herauslöst. Während des Umstiegs geht es darum, dass Ihr Team weiterarbeiten kann, ohne neue Abhängigkeiten zu schaffen. Nach dem Umstieg werden die Anbindungen umgestellt und Abläufe ausgebaut, die das neue System besser trägt.
| Phase | Sinnvoll | Ziel |
|---|---|---|
| Vor dem Umstieg | Stammdatenprüfung, Dubletten, fehlende Pflichtfelder, Rechnungseingang und Auftragserfassung außerhalb des ERP | saubere Daten, Abläufe mit Logik außerhalb des Kerns |
| Während des Umstiegs | Abläufe einfrieren, Testfälle sammeln, Abstimmung zwischen Alt- und Neusystem | Vergleichbarkeit, kein Bruch im Tagesgeschäft |
| Nach dem Umstieg | Anbindung auf S/4HANA-Schnittstellen umstellen, Berichte neu anbinden, neue Abläufe ergänzen | gleiche Regeln auf neuer Grundlage |
Stammdaten: die Vorbereitung, die jeder Weg braucht
Saubere Stammdaten sind die Vorbereitung, die bei jedem Weg zu S/4HANA wirkt. Bei einer Systemkonvertierung sind sie Pflicht: Laut SAP können nur Systeme mit eingerichteter Customer/Vendor Integration konvertiert werden. Alle Debitoren, Kreditoren und zugehörigen Kontakte müssen vorher in Geschäftspartner überführt werden, auch Sätze mit Löschvormerkung.
SAP empfiehlt, den Prüfbericht für die Stammdatenkonsistenz lange vor dem Projekt laufen zu lassen. Einige Felder, etwa Steuernummern, werden auf eigene Felder des Geschäftspartners abgebildet; alte oder uneinheitlich erfasste Werte führen beim Abgleich zu Fehlern. Debitoren und Kreditoren mit Löschvormerkung sollen laut SAP vorher archiviert werden.
Hier hilft Automatisierung ohne Eingriff ins ERP: Ein Dienst liest die Stammdaten über Schnittstellen, findet Dubletten, fehlende Pflichtfelder, abweichende Bankverbindungen und auffällige Steuernummern und legt sie Ihrem Team als Arbeitsliste vor. Die Korrektur bleibt eine Entscheidung Ihres Teams im ERP.
In S/4HANA ist der Geschäftspartner laut SAP das führende Objekt und der einzige Einstieg für Kunden- und Lieferantenstammdaten. Automatisierungen, die heute Debitoren oder Kreditoren über die alten Transaktionen anlegen, müssen deshalb umgebaut werden.
Was Sie vor dem Umstieg nicht mehr automatisieren sollten
Vor dem Umstieg sollten Sie nichts mehr bauen, das tief im ECC verankert ist und beim Umstieg ohnehin neu gemacht werden muss. SAP empfiehlt im Conversion Guide, Eigenentwicklungen vor der Konvertierung zu prüfen und ungenutzten Code zu entfernen. Jedes neue Z-Programm vergrößert diese Liste.
- Neue Z-Programme und Modifikationen am Standard für Abläufe, die auch außerhalb des ERP laufen können.
- Klick-Automatisierung über SAP GUI oder Batch-Input auf Transaktionen, die es in S/4HANA so nicht mehr gibt, etwa die getrennte Pflege von Debitoren und Kreditoren.
- Schreibende Zugriffe direkt auf Datenbanktabellen, auch wenn sie heute schnell gebaut sind.
- Aufwendige Berichte im ECC, deren Datenbasis sich durch das neue Datenmodell ändert.
- Anbindungen über Java-Komponenten, deren Support Ende 2030 ausläuft.
Wofür Sie einen SAP-Partner brauchen und wofür nicht
Die eigentliche Konvertierung oder Neuimplementierung gehört in die Hand eines SAP-Partners mit Erfahrung in S/4HANA-Projekten. Dazu zählen laut SAP-Conversion-Guide unter anderem der Maintenance Planner, der SAP Readiness Check, die Simplification-Item-Prüfung, die der Software Update Manager erzwingt, die Anpassung der Eigenentwicklungen, die Umstellung von Berechtigungen und die Geschäftspartner-Umstellung.
Wir übernehmen davon nichts. Unser Teil liegt daneben: Abläufe wie Rechnungseingang, Auftragserfassung, Abstimmung oder Berichtswesen so zu bauen, dass sie heute am ECC laufen und nach dem Umstieg mit einer neuen Anbindung weiterlaufen. Dafür stimmen wir uns mit Ihrem SAP-Partner ab, damit Schnittstellen, Testsysteme und Zeitplan zusammenpassen.
| Aufgabe | SAP-Partner | Automatisierung um das ERP |
|---|---|---|
| Wegewahl, Konvertierung, Software Update Manager | ja | nein |
| Readiness Check, Simplification Items, Eigenentwicklungen anpassen | ja | nein |
| Lizenz- und Betriebsmodell mit SAP | ja | nein |
| Stammdaten finden und zur Korrektur vorlegen | berät | ja, über Schnittstellen |
| Abläufe außerhalb des Kerns bauen und umstellen | stimmt Schnittstellen ab | ja |
| Testfälle vor und nach dem Umstieg vergleichen | testet das ERP | testet die Abläufe |
Ablauf in 6 Schritten
- 01Fristen und Ausgangslage klären
Release, Enhancement Package, Datenbank und Wartungsvertrag Ihres ECC feststellen und mit den SAP-Terminen abgleichen.
- 02Anbindungen und Eigenentwicklungen erfassen
Alle Schnittstellen, Z-Programme und Klick-Automatisierungen auflisten, die Daten ins ERP schreiben oder herausholen.
- 03Jeden Ablauf einordnen
Pro Ablauf entscheiden: bleibt im ERP, wandert in einen eigenen Dienst oder fällt weg.
- 04Einen Ablauf als Prototyp herauslösen
Im Automatisierungs-Sprint läuft ein Ablauf, etwa der Rechnungseingang, über eine Zwischenschicht auf echten Daten in Ihrer Testumgebung.
- 05Mit dem SAP-Partner abstimmen
Zielschnittstellen in S/4HANA, Testsysteme und Termine gemeinsam festlegen.
- 06Nach dem Umstieg umstellen
Die Zwischenschicht auf die S/4HANA-Schnittstellen umstellen und alle Testfälle erneut durchlaufen lassen.
Bevor Sie starten
- Release, Enhancement Package und Datenbank Ihres ECC sind bekannt.
- Ihr Wartungsvertrag und die geplante Wartungsform ab 2028 sind geklärt.
- Der Weg zu S/4HANA ist entschieden oder ein Termin für die Entscheidung steht.
- Alle Schnittstellen und Z-Programme, die Daten schreiben, sind aufgelistet.
- Der Prüfbericht für die Stammdatenkonsistenz ist mindestens einmal gelaufen.
- Eine Testumgebung mit aktuellen Daten ist vorhanden oder geplant.
- Ihr SAP-Partner kennt die Abläufe, die außerhalb des ERP automatisiert werden.
- Eine Ansprechperson für die Abläufe in Ihrem Team ist benannt.
Wann es sich nicht lohnt
- Der Umstieg startet in wenigen Wochen und der Ablauf ist stark an das alte System gebunden: Dann bauen Sie ihn besser gleich am neuen System.
- Der Ablauf ist ein Kernprozess, den S/4HANA im Standard besser abbildet: Dann gehört er in das Projekt Ihres SAP-Partners, nicht in eine Zusatzschicht.
- Es fehlt eine Testumgebung und es ist keine geplant: Ohne Tests vor und nach dem Umstieg lässt sich nicht belegen, dass der Ablauf überlebt.
- Die Daten sind so uneinheitlich, dass jede Regel Ausnahmen braucht: Dann kommt die Bereinigung zuerst.
- Niemand in Ihrem Team verantwortet den Ablauf nach dem Umstieg: Eine Automatisierung ohne Zuständigkeit veraltet schneller als das ERP.
Häufige Fragen
Wann endet die Wartung für SAP ECC 6.0?
Die Mainstream-Wartung für SAP ERP 6.0 als Teil der SAP Business Suite 7 endet laut SAP am 31. Dezember 2027. Eine optionale erweiterte Wartung ist von 2028 bis Ende 2030 buchbar, mit einem Aufschlag von zwei Prozentpunkten auf die Wartungsbasis. Danach gilt die kundenspezifische Wartung, die SAP nicht als Langfristmodell empfiehlt.
Hat SAP die Frist 2027 noch einmal verlängert?
Nein, SAP hat am 7. Oktober 2026 bestätigt, dass sich die Termine für die Business Suite 7 nicht geändert haben. Neu ist dort der Hinweis, dass die Konvertierungswerkzeuge für Systeme auf Drittanbieter-Datenbanken nur bis Ende 2030 bereitstehen.
Was ist der Unterschied zwischen Greenfield und Brownfield?
Greenfield ist eine Neuimplementierung: Stammdaten und offene Posten werden übernommen, das Customizing neu aufgesetzt. Brownfield ist eine Systemkonvertierung: Das bestehende ERP wird mit Historie und Eigenentwicklungen in S/4HANA überführt, die Eigenentwicklungen müssen angepasst werden. Dazwischen liegt die selektive Datenübernahme.
Was bedeutet Clean Core bei SAP?
Clean Core heißt, den ERP-Kern standardnah und upgradefähig zu halten und Erweiterungen nur über stabile, dokumentierte Schnittstellen anzubinden. SAP ordnet Erweiterungen in die Stufen A bis D ein. Modifikationen und Schreibzugriffe auf SAP-Tabellen gehören zur Stufe D.
Was passiert mit unseren Automatisierungen beim Umstieg auf S/4HANA?
Das hängt von der Bauweise ab: Abläufe, deren Logik außerhalb des ERP liegt und die über Schnittstellen arbeiten, werden auf die neuen Schnittstellen umgestellt, die fachlichen Regeln bleiben. Z-Programme, Klick-Automatisierungen und Tabellenzugriffe müssen einzeln geprüft und meist neu gebaut werden. Die Migration selbst verantwortet Ihr SAP-Partner.
Welche Schnittstellen hat S/4HANA für Automatisierung?
SAP veröffentlicht die Schnittstellen für S/4HANA im SAP Business Accelerator Hub, als OData-Schnittstellen in Version 2 und 4 sowie als SOAP-Schnittstellen. Sie unterstützen unter anderem Anmeldung per OAuth 2.0 oder Zertifikat und Sammelaufrufe. Welche davon in Ihrem System aktiv sind, klären Sie mit Ihrer SAP-Basis.
Lohnt es sich, vor dem Umstieg noch zu automatisieren?
Ja, wenn die Automatisierung außerhalb des ERP liegt und über Schnittstellen arbeitet, denn dann nehmen Sie sie mit. Besonders lohnt sich alles, was Stammdaten aufräumt, weil SAP saubere Daten für die Geschäftspartner-Umstellung voraussetzt. Neue Z-Programme im ECC lohnen sich dagegen kaum noch.
Machen Sie auch die S/4HANA-Migration?
Nein, die Konvertierung oder Neuimplementierung gehört zu einem SAP-Partner. Wir automatisieren Abläufe um das ERP herum und stimmen Schnittstellen, Testsysteme und Termine mit Ihrem SAP-Partner ab.
Wartet die E-Rechnungspflicht auf unseren Umstieg?
Nein, die Pflicht zur elektronischen Rechnung nach § 14 Abs. 2 UStG gilt unabhängig vom ERP. Die Übergangsregeln nach § 27 Abs. 38 UStG erlauben andere Formate für Umsätze bis Ende 2026, für 2027 nur noch bei höchstens 800.000 Euro Vorjahresumsatz oder per EDI mit Zustimmung des Empfängers. Ein vorgelagerter Dienst kann E-Rechnungen schon am ECC verarbeiten; den Einzelfall stimmen Sie bitte mit Ihrer Steuerberatung ab.
Quellen
- SAP Support: Maintenance strategy for SAP S/4HANA and SAP Business Suite 7abgerufen am 05. November 2026
- SAP News: Updated Policy Gives Customers More Time to Complete SAP S/4HANA Transition (11.02.2020)abgerufen am 05. November 2026
- SAP News: Planning Beyond 2030, SAP Business Suite 7 and SAP NetWeaver Customers Using Third-Party Databases or Java (07.10.2026)abgerufen am 05. November 2026
- SAP News: How to Extend SAP S/4HANA Cloud the Right Way (12.08.2025)abgerufen am 05. November 2026
- SAP Help: Conversion Guide for SAP S/4HANA 2025, Version 3.0 (07.10.2026)abgerufen am 05. November 2026
- SAP Help: APIs on SAP Business Accelerator Hub (SAP S/4HANA 2025 FPS02)abgerufen am 05. November 2026
- SAP Support: SAP S/4HANA Cookbook Customer/Vendor Integrationabgerufen am 05. November 2026
- SAP Learning: Understanding the Concept of an Upgrade and an SAP S/4HANA Conversionabgerufen am 05. November 2026
- SAP Learning: Illustrating Selective Data Transitionabgerufen am 05. November 2026
- § 14 UStG Ausstellung von Rechnungenabgerufen am 05. November 2026
- § 27 UStG Allgemeine Übergangsvorschriften (Abs. 38)abgerufen am 05. November 2026
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